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Kathrin Böhm & Stefan Saffer
Bewerbung IfA 2000
Mobile Porch
Mobile Porch ist eine mobile Miniarchitektur, die sich für
den Zeitraum von zwei Monaten unterhalb des Westway Flyovers in
London aufhalten wird.
Mobile Porch ist ein Ort für zeitgenössische Kunstpraxis,
die vor Ort Kontakt mit den Anwohnern und Nutzern Kontakt aufnehmen
will.
Mobile Porch hat die Größe eines Vans & wird mit flexiblem
Mobiliar, einem kleinen Büro und einfacher Küchenausrüstung
unterwegs sein.
Mobile Porch ist Arbeitsraum, Treffpunkt, Veranstaltungsort, Kunstraum.
Mobile Porch wird seltsam genug aussehen, um Neugierde zu wecken,
und praktisch genug sein, um als Ort zu funktionieren.
Auf Einladung des North Kensington Amenity Trust
Der Ort und der Trust Anfang der 70er wurde der auf Stelzen verlaufende
Westway quer durch Kensington gebaut. Auf ca. 3 km schneidet die
vierspurige Hochautobahn durch ein sehr dichtes Wohngebiet und hinterließ
ursprünglich einen riesigen, unbenutzen öffentlichen Raum
unterhalb der Fahrbahn. Engagierte Anwohner und Nachbarschaftgruppen
haben diesen Raum nach und nach mit Aktivitäten besetzt, und
Ende der 70er wurde der North Kensington Amenity Trust (NKAT) gegründet,
der seither für die gemeinnützige Verwaltung dieses Ortes
zustandig ist.
Das Gebiet des NKAT kann als extrem dichter öffentlicher
Stadtraum beschrieben werden, der unterschiedlichste Gruppe, Aktivitaten
und Orte beherbergt. Vom Westen nach Osten gehend findet man bspw.
einen Skating Park, Werkraume für Jugendliche, Teile des Portobello
Markets, einen Nachtclub, Seniorentagesstatten, Lagerhallen, Werkstatten,
einen Kindergarten, Laden, Parkplatze, Sportplatze, Kletterwande,
einen Wildgarten, eine Reitschule, Wohnwagen, etc.
Seit 1998 betreibt der Trust ein Public Art Programme, das von
Georgie Ward geleitet wird. Ziel ist es, qualitatvolle zeitgenössische
Kunstpraxis mit dem Ort und den Aktivitaten vor Ort zu konfrontieren.
Temporare und dauerhafte Projekte sollen sich hierbei abwechseln.
Georgia Ward, die uns von unserem Projekt Happy Hobby in tablet
(ebenfalls Notting Hill) kennt, hat uns im vergangenen Sommer als
erste Gäste eingeladen, einen Vorschlag für diesen sehr
speziellen Ort zu entwickeln.
Kathrin Böhm & Stefan Saffer. Die gemeinsame Praxis
Alle bisherigen Gemeinschaftprojekte zeichnen sich durch folgende
Eigenschaften aus:
* sie verbinden unser gemeinsames Interesse am bildnerischen Schaffen
mit dem Wunsch, Kunst auch außerhalb ihres eigenen Kontextes zu
kommunizieren.
* Kommunikation funktioniert am besten im 1:1, d.h. wir halten
uns wahrend der Projekteviel vor Ort auf, um dort zu arbeiten, vorzubereiten
sich mit Besuchern zu unterhalten.
* Unsere Projekte können als residencies in situ beschrieben
werden. Der Ort wird zum öffentlichen Atelier, Treffpunkt,
Veranstaltungsraum, Kunstraum.
* Wir versuchen, Situationen zu schaffen, in denen sich unterrschiedliche
Menschen und Ideen treffen können.
* Visuell kraftige Interventionen vor Ort markieren unsere Anwesenheit
und unser bildnerisches Denken hinsichtlich des Orts. Sie bleiben
zumeist temporar, und verhalten sich mehr als Vorschlage denn als
Entscheidungen für den öffentlichen Raum.
* Wir denken gerne über die Bedeutung und Möglichkeit
von Kunst in unserer Gesellschaft nach, und versuchen Ideen in Praxis
umzusetzen.
Unser Projekt für den Westway
Der Ort ist, wie zu Beginn beschrieben, extrem weitraumig und außerst
vielschichtig. Anstelle etwas für eine bestimmte Stelle vorzuschlagen,
wollen wir einen neuen Ort schaffen. Einen mobilen Ort, der sich
auf dem gesamten Gebiet des Trusts bewegen kann, und verschiedene
Funktionen in sich vereint
* als Ort für eine bestimmte Kunstpraxis
* als Treffpunkt zwischen uns als Gasten und den Anwohnern/Nutzern
des Raums
* als Veranstaltungsort für Workshops, Diskussionen, Feiern,
Vortrage, etc.
* als unsere Basis und offenes Atelier zugleich
Mobile Porch (Mobile Schwelle)
Unser mobiler Raum ist absichtlich ambivalent: ein nicht-ptivater
Raum im öffentlichen Raum. Er laßt sich nicht eindeutig zuordnen
und will Fragen hinsichtlich des Privaten und öffentlichen
im urbanen Kontext stellen. Was bedeutet Kunst im öffentlichen
Raum?
Und was bedeutet Kunst im gesellschaftlichen Raum? Mobile Porch
ist kein kommerzieller Raum und auch kein von einer Institutionen
verwalteter. Er ist fremdartig hinsichtlich seiner Nutzung als mobiles
Basislager für eine Kunstpraxis, die ebenfalls nicht den gangigen
Erwartungen entspricht. Wir wollen mit dieser absichtlichen Ambivalenz
nicht verwirren, sondern vielmehr Raum schaffen und Raum aktivieren.
Vor Ort
Mobile Porch wird sich mit uns als Grundbesatzung von Ende August
bis Anfang November unterhalb des Westways aufhalten.
Wie wird Mobile Porch aktiv?
Ziel ist es, offene Situationen zu schaffen, die lokale Gruppen
und Interessen mit unserem Denken/Handeln als Künstler in Verbindung
bringen. Die residency selbst ist nicht vorab programmiert, sondern
soll spontan und situationsbezogen reagieren können. Dank der
engen und sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Trust, der
in Kontakt zu allen Benutzergruppen steht, können Verbindungen
forciert unnd unterstützt werden. Es gibt bereits konkrete
Anfragen einzelner Gruppen .
Das Fortbewegen von Mobile Porch soll dem eines wandernd sein,
und der eines Geschichtenrzäh-lers entsprechen, der mal hier
und mal dort aufhalt, Leute versammelt,Situationen und Erfahrungen
schafft, um dann wieder weiterzuziehen.
Statt der Geschichten werden wir mit unserem bildnerischen Vokabular
arbeiten, und vor Ort Interventionen/Installationen für spezielle
Situationen schaffen.
Finanzierungsplan vom März 2000
(wird noch formatiert...,sorry,a.)
Verwendungszweck Geldgeber Summe bestatigt * Entwicklung&Design
*Royal Society of Architecture (RSA) DM 13.000 x Arts for Architecture
Award * Produktionskosten *North Kensington Amenity Trust (NKAT)
Department Public Art DM 10.000 x * Mannesmann Pilotentwicklung
(mpe) DM 4.000 x * Öffentlichkeitsarbeit * NKAT (Einladungskarten,
Poster, Anzeigen) DM 5.000 x * Mobile Porch vor Ort * London Arts
Board/ Year of the Artist DM 16.250 x * Dokumentation * NKAT (Film
von Andreas Lang) DM 6.000 x * mpe ( webpage: future-car.de) DM
2.200 x * RSA DM 3.250 x * Reisekosten * IFA (für K.Böhm und
S.Saffer) DM 6.600 insg. DM 66.300.- Vom IfA beantragte Gelder Die
Entwicklung, Produktion und der Einsatz von Mobile Porch werden
von verschiedenen Institutionen finanziert. Zum momentanen Zeitpunkt
sind jedoch die anfallenden Reisekosten zwischen Deutschland und
Großbritannien noch nicht abgedeckt. Die anstehenden Planungen,die
Produktion und der Einsatz von Mobile Porch verlangen einige Gesprache
und Treffen in London. Wir möchten uns deshalb für die Übernahme
von je 5 Hin-und Rückflügen und je 10 Tagesgeldsatze durch das Institut
für Auslandsbeziehungen bewerben. * 5 Flüge S.Saffer Berlin-London-Berlin
ca. DM 2.500.- * 5 Flüge K. Böhm Nürnebrg-London-Nürnberg ca.
DM 2.500.- * je 10 Tagessatze á DM 80.- DM 1.600.- insg. DM 6.600.-
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